Unsere Geschichte | Schützenlustzug Hubertus-Hirsch

Die Geschichte des Zuges „Hubertus-Hirsch“

Die Geschichte des Zuges Hubertus-Hirsch

Als sich im September 1953 sieben Nüsser Jongens in der St.-Hubertus-Schützen-Gesellschaft anmeldeten, dachte sicher niemand daran, dass der Zug auch noch über die Jahrtausendwende über den Markt marschieren würde. Ganz bestimmt wäre aber jeder ausgelacht worden, der den damaligen Gründern prophezeit hätte, sie würden irgendwann einmal die St.-Hubertus-Schützen-Gesellschaft verlassen, um im stolzen Corps der Neusser Schützenlust 1864/1950 mitzumarschieren. Damals herrschte ganz alleine der Gedanke vor, die Erinnerungen an die gemeinsame Schul- und Messdienerzeit aufrecht zu halten und aus Begeisterung für das Neusser Heimatfest einen Schützenzug zu gründen. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Unter dem Namen Hubertus-Hirsch beteiligten wir uns erstmals 1954 aktiv am Neusser-Bürger-Schützenfest.

Wie bei vielen jungen Zügen üblich, engagierten wir uns auch auf sportlichen Ebenen. Fußballspielen gegen befreundete Schützenzüge gehörte zur Tagesordnung. Seit Anbeginn wurde und wird das Schießen gepflegt. So ist es sicher auch kein Wunder, dass der Zug – seit seinem Eintritt 1967 in die Neusser Schützenlust – zu den erfolgreichsten Schießmannschaften zählt. Dies dokumentiert sich insbesondere dadurch, dass neun unserer Zugkameraden bisher die Würde des Corpsiegers erringen konnten.

Wenn in den Anfangsjahren auch vieles erstmals aus „Spaß an der Freud“ geschah, so übernahmen wir aber sehr früh Aufgaben in Gesellschaft und Corps, die der Allgemeinheit dienten oder ihr zugute kamen. Viele Jahre begleiteten wir bei der Fronleichnamsprozession das Allerheiligste oder dienten selbstverständlich am Hubertustag die Hl. Messe. Für die Schützenlust führten wir über 25 Jahre das Preisschießen durch, welches wir übrigens auch ins Leben riefen. Dass sich einzelne Zugmitglieder in den Vorständen von Gesellschaft und Corps über Jahrzehnte engagierten, ist sprichwörtlich für den Zug. Aber auch das Zugleben kommt heute in keiner Weise zu kurz. Monatliche Versammlungen, Radausflüge mit der Familie, Wochenendfahrten mit den Damen und diverse andere Veranstaltungen wie Herrenabende oder Schützenlieselschießen wechseln sich in loser Reihenfolge ab.

Absoluter Höhepunkt im Jahreskreislauf aber war und ist die Teilnahme am Neusser-Bürger-Schützenfest. Besonders freute sich der ganze Zug auf das Jahr 2003, denn da feierten wir unser 50jähriges Jubiläum.
Der Zug "Hubertus-Hirsch" im Jubiläumsjahr 2003Viele Ereignisse krönten das Jubiläumsjahr. Beim Schützenfest marschierten wir erstmals mit einer Stärke von 24 Mann zur Parade auf.

Eine Jubiläumsfahrt mit unseren Röskes führte uns eine ganze Woche ins herrliche Bayern. Einer der vielen Höhepunkte dieser Reise war der Besuch des Oktoberfestes in München.

Am 2. November 2003 folgte dann ein festliches Hochamt in St. Marien mit einer bewegenden Predigt von Pastor Wilfried Korfmacher.

Unsere Freunde vom Musikverein Kleinenbroich ließen mit zusätzlicher Orgelbegleitung diesen Gottesdienst zu einem unvergesslichen Erlebnis werden.

Ein Festakt im Zeughaus schloss sich an, zu dem wir fast 200 Gäste begrüßen durften. Die Festrede hielt Dr. Max Tauch. Unser Spieß Stephan Müller wurde für seine 50jährige Mitgliedschaft geehrt. Geschenke hatten wir uns keine zum Jubiläum gewünscht, sondern um eine Unterstützung für einen Rollstuhl für eine Neusser Sozialeinrichtung gebeten.

Das Ergebnis war überwältigend. Insgesamt konnten wir fünf Rollstühle an das Altenheim Herz-Jesu überreichen.

Olt. Raimund Ross trat, ebenso wie sein Vorgänger Karl Klaff, nach 25jähriger Dienstzeit zurück in die Reihen der aktiven Marschierer. Helmut Düren, bisheriger Leutnant, wurde zum neuen Chef gewählt. Norbert Fassbender wurde Leutnant. Die üblichen Zugaktivitäten wurden weitergepflegt.

Altoberleutnant Karl Klaff
Karl Klaff
Oberleutnant
1953 – 1978
Altoberleutnant Raimund Ross
Raimund Ross
Oberleutnant
1978 – 2003
Altoberleutnant Helmut Düren
Helmut Düren
Oberleutnant
2003 – 2009
Altoberleutnant Norbert Fassbender
Norbert Fassbender
Oberleutnant
2009 – 2014

Herrliche Krönungen sowie gelungene Zugausflüge und lustigste Herrenabende gehörten nach wie vor dazu. Auch unser 40jähriges Jubiläum in der Neusser Schützenlust feierten wir 2006 mit unseren Damen auf einer Zweitagestour. Damit auch spätere Generationen einen Einblick in das Schützenleben ihrer Vorväter bekommen, stellten wir am 6. Dezember dem Rheinischen Schützenmuseum und dem Stadtarchiv Neuss unsere umfangreiche Chronik zur Verfügung.

Der Zug Hubertus-Hirsch im Jahr 2007

Das Jahr 2007 war ein besonderer Höhepunkt für unseren Feldwebel Stephan Müller.

Stephan Müller (Feldwebel 1957 bis 2007)
Stephan Müller
Feldwebel
1957 bis 2007

Er wurde nicht nur 70 Jahre alt, er war vor allem 50 Jahre Spieß in unserer Gemeinschaft. Am Kirmesmontag wurde ihm mit einem kleinen Fackelzug und einer abendlichen Serenade auf dem Münsterplatz gedankt. Drei Klangkörper spielten zu diesem Ereignis auf. Nach den Kirmestagen legte er das Amt in jüngere Hände um wieder in Reih‘ und Glied mit zu marschieren. Sein Nachfolger wurde Ingo Bönte.

Helmut Düren stand aus Altersgründen im Jahre 2009 nicht mehr zur Wiederwahl als Oberleutnant zur Verfügung. Seit 2010 marschierte der Zug unter der Führung von Norbert Fassbender als Oberleutnant „dr Maat erop“. Leutnant wurde Helmut Düren und Feldwebel Ingo Bönte.

Nachdem Norbert Fassbender im Oktober 2014 seinen Rückzug als Oberleutnant erklärt hat und auch Helmut Düren als Leutnant nicht mehr zur Verfügung stand, wird der Zug 2015 mit einer neu formierten und verjüngten Zugführung über den Markt ziehen. Neuer Oberleutnant des Zuges ist Norbert Funkel. Ihm zur Seite stehen als Leutnant Uli Norf und als Feldwebel weiterhin Ingo Bönte. Unsere aktuellen Chargierten im Bild:

Norbert Funke (Oberleutnant)
Norbert Funke
Oberleutnant
Ulrich Norf (Leutnant)
Ulrich Norf
Leutnant
Ingo Bönte (Feldwebel)
Ingo Bönte
Feldwebel